Teppiche

Teppiche gibt es wahrscheinlich schon seit mehreren, tausend Jahren. Der älteste je gefundene Teppich stammt ungefähr aus der Zeit 500 v. Chr..

Teppiche erfüllten damals vielfältigste Aufgaben. Sie dienten als Wandbehang, Eingangstür zur Jurte oder wie in heutiger moderner Zeit als Bodenbelag. Der letztgenannte Punkt soll in diesem Artikel Beachtung finden.

In den letzten Jahren wurde der altbewährte Teppichboden immer mehr von keramischen Bodenfliesen verdrängt, die heute einen Großteil der deutschen Fußböden bedecken. Wenn man den Angaben der textilverarbeitenden Industrie glaubt, beginnt sich dieser Trend im Moment gerade abzuschwächen.

Die Anforderungen die in der heutigen Zeit an einen Textilien Bodenbelag gestellt werden sind immens: Ein moderner Teppich muss leicht zu reinigen, antibakteriell, antistatisch, belastbar, schmutzabweisend, abriebfest, leicht verlegbar, langlebig und noch einiges andere sein. Außerdem soll er noch gut aussehen. Eine ganze Menge für eine Textilie.

Fast alle Teppiche die es heute im Fachhandel gibt, erfüllen diese hohen Anforderungen. Welche Eigenschaften für den Einzelnen wichtig sind, hängt von den individuelle Anforderungen ab. Soll der Teppich im Eingangsbereich eines Hauses oder im Kinderzimmer liegen? Wie hoch ist die Frequenz der Menschen die täglich den Teppich passieren? Ein Teppich der vor einer Hotelrezeption liegt muss eine andere Belastbarkeit aufweisen als ein Teppich im privaten Schlafzimmer.

Es dringend empfohlen zur Auswahl des individuell, passenden Bodenbelags ein Fachgeschäft aufzusuchen und sich dort beraten zu lassen. Der Verkäufer im Baumarkt hat in den meisten Fällen einfach nicht genug Hintergrundwissen um diese Beratung optimal zu geben. Eine schlechte Beratung werden Sie in der Regel schon nach kurzer Zeit bereuen. Auch sollte ein Teppich-Boden nicht primär nach der Optik ausgewählt werden.

Wenn Sie sich für den passenden Bodenbelag entschieden haben, muss dieser noch in Ihrem Haus verlegt werden. Das Verlegen eines Teppichbodens kann auch von einem begabten Laien ausgeführt werden. Allerdings sollte dieser mindestens einmal dabeigewesen sein, wenn ein Fachmann einen Teppichboden verlegt hat. Einmal abgeschnitten, ist ab. Und wenn auch nur ein Zentimeter an der falschen Stelle fehlt, ist dies außerordentlich ärgerlich.

Zunächst muss der Untergrund vorbereitet werden. Dieser sollte vor dem Verlegen des neuen Teppichbodens absolut sauber und staubfrei sein. Eventuell vorhandene Löcher sollten geschlossen sein. Schon kleinste Unebenheiten zeichnen sich nach einer gewissen Zeit deutlich ab. Der Teppich verschmutzt an diesen Stellen stärker und wird auch stärker abgerieben. Seien Sie also sorgfältig bei der Vorbereitung.

Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, können Sie damit beginnen den Teppich grob auf Maß zu schneiden. Wenn der Teppich auf einer Rolle geliefert wurde, empfiehlt es sich dies auf einer Fläche zu machen, die größer ist als der eigentliche Raum. Es empfiehlt sich an den Seiten einen Überstand von mindestens zehn Zentimetern zu lassen. Kein Raum ist absolut rechtwinklig und auf allen Zimmerseiten gleich lang.

Nun wird der Teppichboden in den Raum gebracht wo er verlegt werden soll. Achten Sie darauf, das Sie den Teppich nie übermäßig knicken!!! Dies führt zu einer Überdehnung der Teppich-Fasern. Die dadurch entstehenden Falten sind nie wieder zu beseitigen. Ihr neuer Bodenbelag wäre in so einem Fall schlicht und einfach kaputt.

Jetzt beginnt die Feinarbeit. Für das Zuschneiden der Auslegware wird ein scharfes! Teppichmesser benötigt. Da dieses während des Arbeitens sehr schnell stumpf wird, sollten Sie eines mit austauschbaren Klingen verwenden. Um auch an langen Schnittkanten immer gerade Schnitte ausführen zu können, empfiehlt sich die Verwendung einer Metall-Schiene von ungefähr zwei Metern Länge, an der man entlang schneiden kann.

Wenn der Teppich sein endgültiges Maß hat, darf er noch nicht verklebt werden. Durch das Lagern auf der Rolle und auch durch leichte Überdehnungen die während der Verarbeitung entstanden sein können, muss der Teppichboden Zeit haben sich glatt zu liegen. Es ist empfohlen mindestens drei Tage zu warten bis man den Teppich endgültig verklebt. Während dieser Zeit kann und soll der Teppichboden ruhig begangen werden. Allerdings sollten Sie noch keine Möbelstücke auf diesem abstellen.

Jetzt können Sie mit dem Verkleben beginnen. Dazu wird der Teppich großvolumig an einer Zimmerseite aufgerollt. Nicht dehnen und knicken! Den richtigen Kleber bekommen Sie Fachhandel. Es ist empfohlen einen wasserfesten Kleber zu verwenden um den Teppich später optimal reinigen zu können. Der Kleber wird mit einem Zahnspachtel auf den Boden aufgetragen. Dabei sollten Sie Abschnittsweise vorgehen. Nach dem Auflegen des Teppichs auf den Leim, wird dieser mit einer schweren Rolle festgedrückt.

Betreten Sie den Teppich nicht während der Verlegearbeiten! Schnell hat man etwas Kleber unter den Schuhen. Die so entstehenden Flecken sind sehr schwer oder überhaupt nicht mehr zu entfernen.
Haben Sie auf diese Weise da ganze Zimmer bearbeitet, muss der Kleber aushärten. Halten Sie sich dabei explizit an die Vorgaben des Herstellers.

Damit Ihr Teppich auch nach einigen Jahren noch gut aussieht, empfiehlt es sich diesen regelmäßig und vor allen Dingen richtig zu reinigen. Durch das Begehen und durch Zugluft lagern sich nach einiger Zeit erstaunliche Mengen Sand im Teppich ab. Dieser Sand zerstört Ihren Teppich. Beim Begehen reiben sich die Teppichfasern zwischen den Schuhen und dem Sand kaputt. So entstehen die unschönen Laufstraßen.

Herkömmliche Staubsauger schaffen es nicht, diesen Sand vollständig zu entfernen. Aus diesem Grund empfiehlt sich die Anschaffung eines Bürstsaugers wie ihn auch professionelle Firmen verwenden. Dieses Gerät reinigt um einiges besser als herkömmliche Geräte.

Je nach Benutzung und Verschmutzungsgrad, sollten Sie den Teppich in regelmäßigen Abständen grundreinigen. Der Handel hält viele Mittel bereit, von denen die wenigsten etwas taugen oder die sich bestenfalls für kleine Flächen oder spezielle Anwendungen eignen. Im schlimmsten Fall wird der Teppichboden sogar zerstört. Manchmal auch bei richtiger Anwendung.

Die beste Lösung ist ein Waschsauger. Dabei sollten Sie in jedem Fall ein professionelles Gerät einsetzen. Dabei ist der Druck den das Gerät aufbaut absolut entscheidend. Pauschal kann man sagen je mehr um so besser. Auf keinen Fall sollten Sie Geräte einsetzen, deren Sprühdruck unter drei Bar liegt. Optimal sind 6-10 Bar. Geräte mit zu wenige Druck machen Ihren Teppich nur nass. Gute Waschsauger spülen den Schmutz an die Oberfläche wo er problemlos weg gesaugt werden kann.Bei Geräten mit hohem Druck sind die Trockenzeiten auch wesentlich kürzer, da im Teppich keine Wasserlachen, sondern mehr ein Wassernebel entsteht. Ähnlich wie bei einem Hochdruckreiniger.

Wenn Sie alle diese Ratschläge beachten, werden Sie viele Jahre Freude an Ihrem neuen und gepflegten Teppichboden haben.

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