Schindeln

 
Schindeln dienen zur Eindeckung des Daches und verfügen über eine jahrtausendalte Tradition. Bereits in der Vorantike wurden dünne Steinplatten oder Holz als Schindeln verwendet. Diese wurden schuppenförmig auf das Dach gelegt, so dass kein Regenwasser in das Haus gelangen konnte.
 
Heutige Schindeln bestehen entweder aus Holz, Schiefer, Ton, Bitumen, Faserzement oder Metall.
 
In einigen Regionen wird die Schindel auch zur Verkleidung von Fassaden verwendet.
 
Ebenfalls regional abhängig ist das Material der Schindeln. So werden Schindeln aus Schiefer bevorzugt in Bergregionen verarbeitet, da dort hochwertiger Schiefer abgebaut wird.
 
Schindeln werden besonders dann gerne verwendet, wenn eine Dacheindeckung mit Dachziegeln nicht möglich ist. Extrem steile Dächer oder Kirchtürme werden deshalb gerne mit Schindeln gedeckt, da von ihnen eine weniger große Gefahr ausgeht, weil jede einzelne Schindel festgenagelt wird.
 
In der Alpenregion werden Holzschindeln in traditionellen Handwerksbetrieben hergestellt.
 
In Handarbeit wird Buchen-, Eichen-, Lärchen-, Fichten-, oder Zedernholz gespalten, um die Schindel herzustellen. Holzschindeln werden in über zwanzig verschiedenen Formen, Längen und Breiten angeboten. Da sie überlappend angenagelt werden und zudem große Mengen Schindeln benötigt werden, kann man sich vorstellen, dass der Preis einer Schindel-Dacheindeckung wesentlich höher ist als bei einer Eindeckung mit gewöhnlichen Dachziegeln.
 
Bei der Dachdeckung mit Schieferschindeln ist darauf zu achten, dass die Schindeln auf einer Vollschalung angebracht werden, da Naturschiefern über ein hohes Gewicht verfügen. Zwischen Verschalung und Schindeln werden Bitumendachbahnen verlegt, auf die die Schieferschindeln aufgenagelt werden. Erfahrene Handwerker können sie auch festschrauben. Da hierbei allerdings die Gefahr sehr groß ist, die Schindeln zu zerbrechen, sollten Hobbyheimwerker hiervon besser die Finger lassen.
 

© Karl Heinz Liebisch / PIXELIO
© Karl Heinz Liebisch / PIXELIO

Alternativ zu den Naturprodukten Holz und Schiefer sind im Handel ebenfalls Schindeln aus Faserzement erhältlich. Diese haben den Vorteil, dass sie sowohl feuerfest und extrem beständig gegen Korrosion und Feuchtigkeit sind. Auch Faserzement-Schindeln sind in verschiedenen Farben, Formen und Größen im Handel erhältlich. Da sie häufig mit einer strukturierten Oberfäche zum Einsatz kommen, sehen schwarze Modelle den Naturschiefer-Schindeln zum verwechseln ähnlich.
 
Bitumenschindeln gibt es ebenfalls in verschiedenen Farben sowie unterschiedlichen Farbverläufen. Mit Bitumenschindeln werden normaler Weise keine kompletten Hausdächer gedeckt. Meist kommen sie an Giebeln zum Einsatz oder aber zur Deckung von Carport- oder Gartenhausdächern.
 
Schindeln aus Ton werden auch heute noch gerne verwendet. Sie werden ebenfalls in verschiedenen Formen, Farben und Größen angeboten und werden angenagelt. Sollten Sie unter dem Begriff Tondachschindel im Baumarkt nicht fündig werden, sollten Sie sich nicht wundern, denn im heutigen Sprachgebrauch wird sie als Biberschwanzziegel bezeichnet.
 
Die Metall-Schindel wird aus Kupfer, Aluminium oder Titanzink hergestellt und in verschiedenen Farben und Formaten angeboten. Im Handel erhältliche Schindeln verfügen bereits über zwei Bohrlöcher, um das Festnageln an der Holzschalung zu erleichtern. Metall-Schindeln sieht man häufig an den Fassaden sehr modern gestalteter Häuser.

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