Schimmelpilze lieben es feucht

In meinem letzten Aritikel über Gesund bauen habe ich schon über den Schimmel kurz geschrieben. Doch da er gerade jetzt – am Ende des Winters – wieder überall zu finden ist, hier nochmal ein paar Tipps rund um den Schimmelpilz.

Gerade zum Ende des Winters kann ein Hausbesitzer die Schimmelflecken in Ecken oder an den Außenwänden finden – Schimmelflecken, die gerade die kalten Außenwände oder Stellen, wo die Luft wenig zirkuliert.

Doch manchmal ist der Schimmel gar nicht zu sehen – er versteckt sich hinter Möbeln, der Tapete, den Bodenbelag oder unter der Dämmung. Dann kann man den Schimmelbefall trotzdem merken:

  • feuchte Wäsche in den Schränken
  • modriger Geruch
  • gesundheitliche Probleme der Bewohner

 

fotto / pixelio.de
fotto / pixelio.de

Hausmittel gegen Schimmel

Kleinere und nur oberflächliche Schimmelflecken kann man dabei gut mit Schimmelmittel behandeln. Dafür kratzt man die obere Schicht des Schimmels ab. Dabei an Atemschutz denken. (Mehr Infos dazu weiter unten.) Danach das Schimmelmittel nach Anweisung auftragen.

Den Erfolg – oder Misserfolg – der Behandlung sollte man nach einigen Tagen nachprüfen.

  • Brennspiritus
  • Isopropylalkohol ( 70 %ig)

Diese Hausmittel helfen gegen oberflächlichen Schimmelbefall. Am Besten werden sie mehrmals aufgetupft oder bepinselt.

Nach dem Trocknen kann man den Vorgang wiederholen. Dabei immer an genügend Frischluft denken – und kein Feuer anzünden.

Essig ist – anders als häufig angenommen – dafür nicht geeignet.

 

Chemische Keule gegen Schimmel

Hier gibt es viele verschiedene Mittel auf dem Markt – die meisten helfen nicht besser als die oben genannten Hausmittel, sind aber um einiges teurer und gesundheitsgefährlicher. Sollte man unbedingt einen chemischen Schimmelentfernen nutzen wollen, sollte man sich vorher erkundigen, ob dieser auch etwas bringt.

 

Thorben Wengert / pixelio.de
Thorben Wengert / pixelio.de
Nach dem oberflächlichen Beseitigung des Schimmels

Die oberflächliche Beseitigung des Schimmels hilft meist nur vorübergehend – man muss an die Ursache ran. Das heißt, den befallenen Putz herausklopfen und neu verputzen. Dabei sollte man möglichst tief den Putz entfernen.

 

Nach der Schimmelentfernung

Nach der Schimmelentfernung sollte man gerade an Wärmebrücken, die man nicht beseitigen kann, oder wenn sonst ein weiterer Befall droht, mit Anti-Schimmel-Farbe arbeiten.

Hier gibt es verschiedene Ausführungen – am Meisten wird eine Farbe mit Octylisothiazolinon empfohlen.

Auch hier ist bei der Arbeit wieder an genügend Frischluft, Handschuhe und Atemschutz zu denken. (Mehr Infos dazu weiter unten.)

Am allerbesten ist es natürlich, die Ursachen für den Schimmel zu beseitigen:

  • Wärmebrücken schließen
  • Möbel von der Außenwand rücken
  • Polstermöbel, in die der Schimmel eingetreten ist, entsorgen
  • für ausreichend Frischluft sorgen
  • von Schimmel befallene Gegenstände gründlich reinigen

 

Wenn der Schimmel immer wieder kommt

Allerdings gibt es Fälle, da sind wir Hausbesitzer hilflos – wenn der Schimmelpilz immer wieder kommt und keine der angewendeten Methoden eine endgültige Abhilfe bringt, hilft nur noch ein Fachmann. Dieser misst mit einem speziellen Gerät die Feuchtigkeit im Zimmer – und ermittelt die kältesten Stellen im Raum. Mit diesen Daten erstellt er einen Handlungsplan, damit der Schimmel endgültig verschwindet.

 

Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung

  1. Mehrmals täglich lüften
    Um einen Schimmelbefall zu vermeiden, ist es wichtig, genügend zu lüften – in vielen Wohnung steckt zu viel Feuchtigkeit. Diese schlägt sich z.B. an den Fenstern nieder – ein Alarmzeichen, dass man ernst nehmen sollte. Deshalb sollte man 2 – 4 x am Tag für ca. 10 Minuten lüften.
  2. Stoßlüften
    Die Fenster auf! Bitte die Fenster komplett öffnen – und nicht nur auf Kipp. Wenn man die Fenster dauerhaft kippt, wird die Luft nur bedingt ausgetauscht – dafür kühlt die Wohnung aber aus. Beides keine gute Voraussetzungen zur Schimmelvermeidung.
  3. Mehr und gekonnt lüften
    Badezimmer und Küche kann man beruhigt häufiger lüften. Zum Beispiel nach dem Duschen bzw. nach/während des Kochens schadet eine zusätzliche Luftzufuhr nicht. Auch kann man auf Durchzug lüften – man öffnet einfach in zwei gegenüberliegenden Zimmern die Fenster. Der Durchzug sorgt ruckzuck für frische Luft. Jedoch sollte man dies gerade bei Bad und Küche nicht tun, da sich die Gerüche bzw. die übermässige Feuchtigkeit im Rest der Wohnung verteilen.
  4. Richtig heizen
    olga meier-sander / pixelio.de
    olga meier-sander / pixelio.de

    Schimmel mag es kühl und feucht. Deshalb gehört zur Schimmelvermeidung auch eine vernünftige Temperatur. Für die Wohnräume sollte diese bei 20 Grad liegen. In Schlafräumen kann man auch auf 16 – 18 Grad gehen. Ebenfalls sollte man während des Lüftens die Heizung aus drehen. Das spart Energie.
  5. Auswände frei lassen
    Das zählt gerade für Räume, in denen nicht so viel geheizt wird: Schlafzimmer, Treppenaufgänge, ect. Hier am Besten an die Außenwänd nichts stellen. Sonst bildet sich dahinter schnell der Schimmel.
  6. Fenster beobachten
    Die Feuchtigkeit schlägt sich gerne an der kältesten Stelle nieder. Deshalb ist Kondenswasser an den Fenstern (wie weiter oben bereits beschrieben) ein Zeichen für zu viel Feuchtigkeit in der Wohnung.
  7. Wäschetrocknen in der Wohnung
    Das Wäschetrocknen in der Wohnung sollte man vermeiden – manchmal geht es aber nicht anders. Dann sollte man aber auch mehr lüften, um die höhere Luftfeuchtigkeit hinauszubefördern.

 

Gesundheit schützen

Bei der Entfernung von Schimmelflecken sollte man seine eigene Gesundheit schützen – denn die Schimmelsporen sind gesundheitsschädlich und das sogar im abgetöteten Zustand!

Tipps rund um die Schimmelentfernung:

  • den Brennspiritus oder den Alkohol nur in kleinen Mengen verwenden.
  • den Raum gut lüften und offenes Feuer vermeiden.
  • Schutzanzug, Kunststoffhandschuhe, Mundschutz und Schutzbrille benutzen.
  • Kinder, Kranke, Alte (am Besten alle, die nicht zur Entfernung des Schimmels gebraucht werden) müssen das Zimmer während der Behandlung verlassen.
  • Nach Abschluss der Arbeiten den kompletten Raum gründlich reinigen
  • Vorhänge, Kissenbezüge, ect. waschen oder chemisch reinigen
  • Alle Personen die während der Behandlung im Raum waren: unbedingt duschen.

 

Zusammenfassend ist wohl zu sagen, dass Schimmel in der Wohnung ein großes Problem darstellt – allerdings ist der Schimmel mit den richtigen Mitteln und Vorsichtsmaßnahmen bald kein Thema mehr.

 

 

 

 

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