Reibeputz

Beim Reibe-Putz muss man grundsätzlich zwischen zwei Arten unterscheiden. Zum einen gibt es den Bereich Dekor-Putz und zum anderen eine Form des Wand-Verputzes, die ebenfalls Reibe-Putz genannt wird.

Beginnen wir mit dem Wandverputz:

Ziel ist es, unbehandeltes Mauerwerk mit einem glatten Verputz zu versehen. Hierzu wird aus einem Kalk-Kies-Gemisch, welches Sie im Fachhandel bereits fertig gemischt erhalten können und Zement eine Mischung hergestellt. Das Mischungsverhältnis von Kies und Kalk ist 3:1. Dieses wiederum wird ebenfalls im Verhältnis 3:1 mit Zement vermischt.

Zuerst muss man das Mauerwerk vorbereiten, so dass es in der Lage ist die Mörtel-Schicht zu tragen. Hierzu wird die oben genannte Mischung angerührt, allerdings ist es wichtig diese sehr dünnflüssig auszuführen. Mit einer Putzerkelle wird diese Mischung nun sehr dünn auf das Mauerwerk aufgeworfen. Es ist nicht nötig und auch nicht gewünscht diese Schicht zu glätten. Im Gegenteil. Je rauer die Schicht ist, umso besser haftet später der eigentliche Putz. Man sollte nur darauf achten, das man keine zu großen Überstände hat, das der eigentlich Putz nur eine Stärke von zehn Millimetern hat. Die Stärke dieses Unter-Putzes sollte zwischen drei und fünf Millimetern liegen.

Nach dem Aushärten des Unter-Putzes, in der Regel bereits am nächsten Tag, kann man den eigentlichen Reibe-Putz aufbringen.

Beim Vermischen der einzelnen Bestandteile, ist darauf zu achten das die Materialien sehr fein sind. Steine, Klumpen oder Ähnliches erschweren ein späteres Abreiben sehr oder machen es gar ganz unmöglich.

Die Mörtel-Mischung wird nun entweder per Putzer-Kelle, einer größeren Maurerkelle, oder mit einer Mörtel-Pumpe auf die Wand aufgebracht. Im nächsten Arbeitsgang wird der Verputz mittels einer Kartätsche glatt auf die Wand aufgezogen. Hierbei werden eventuell noch vorhandene Löcher geschlossen. Nachdem die Mischung auf der Wand halb angebunden hat, wird die Wand mittels eines Richtscheites glatt gezogen. Nun kann man beginnen mit einem Reibe-Brett aus dem Fach-Handel, in kreisenden Bewegungen, der Wand ihr fertiges Aussehen zu verleihen.

Hierbei ist es wichtig genau den richtigen Moment zu erwischen. Ist der Putz noch zu weich, besteht die Gefahr ihn durch die Reibe-Bewegungen wieder von der Wand zu holen. Ist der Putz bereits zu weit abgebunden ist ein Reiben nicht mehr möglich. Im letzteren Fall hat man, begrenzt, die Möglichkeit den Putz vorsichtig! mit etwas Wasser anzunässen und zu reiben.

Der Reibeputz kann, nach Auftragen eines Haftgrundes, tapeziert oder gestrichen werden.

Dekor-Reibe-Putz:

Wer bei der Renovierung von Räumen mal die ausgetretenen Design-Pfade verlassen möchte und sich nicht vor etwas Arbeit scheut, für den ist ein Dekor-Reibe-Putz einen gute Möglichkeit, seinen Räumen ein sehr individuelles Aussehen zu verleihen.

Die benötigten Werkzeuge sind eine Ziehkelle und ein -Spachtel sowie eine Strukturrolle und ein Reibe-Brett um dem Putz am Ende ein individuelles Aussehen zu verleihen. Um sich bei der Arbeit zu schützen ist es empfehlenswert Handschuhe und eine Schutzbrille zu benutzen.

Das Aufbringen eines solchen Putzes erfordert kein besonderes handwerkliches Können und ist somit auch durch begabte Laien gut ausführbar.

Der zu behandelnde Untergrund muss glatt und eben sein. Es dürfen sich keine Tapeten-Reste mehr auf diesem befinden. Man würde diese später als unschöne, kleine Buckel unter dem fertigen Putz sehen können. Ist die Wand frei von allen Rückständen, kann man damit beginnen den Untergrund mit Haftgrund zu versehen. Diesen gibt es fertig in jedem Baumarkt und er kann einfach mit geeigneten Werkzeugen auf die Wand aufgestrichen werden. Bei Bedarf kann man noch eine Grundierfarbe verwenden um zu verhindern das alte Farbanstriche später durch den Dekor-Putz schlagen.

Wenn man den Dekor-Putz anrührt, ist darauf zu achten das sich keine Klümpchen mehr in der Masse befinden. Dazu ist es hilfreich, mit niedriger Geschwindigkeit und dafür etwas länger zu rühren. Geht man hier nicht sehr sorgfältig vor, gefährdet man das Gesamtergebnis der Arbeit.
Ebenso wichtig ist es, die Quellzeiten der Hersteller genau einzuhalten. Außerdem sollten Sie darauf achten, nie mehr Material anzurühren als Sie in der vom Hersteller vorgegebenen Zeitspanne verarbeiten können.

Bereits hier können Sie das farbliche Aussehen des Reibe-Putzes bestimmen, indem Sie Farbe mit Untermischen. Sie können auch ganz besondere Effekte erzielen, indem Sie zwei Mischungen mit unterschiedlichen Farben anrühren.Wenn Sie diese dann nebeneinander auf dem Ziehspachtel platzieren erhalten Ihre Wände ein unverwechselbares, individuelles Aussehen.

Nach dem Trocknen der Grundierung kann man damit beginnen den Dekor-Putz, Bahn für Bahn aufzuziehen. Dazu befördert man den Putz mit der Kelle auf den Ziehspachtel und trägt ihn dann von unten nach oben auf die Wand auf. Unterbrechen Sie das Arbeiten an einer Fläche nicht, da man sonst später die Ansätze sehen kann.

Damit der Putz vor späteren Beschädigungen geschützt ist, empfiehlt es sich Eckschutz-Schienen mit einzuputzen. Im Bodenbereich sollten sie den Putz mit der Kelle glattziehen um später keine Probleme beim Anbringen der Fußleisten zu bekommen.

Nun kommen wir zur optischen Gestaltung des Putzes. Die Grenzen werden hier nur von Ihrer Phantasie und Kreativität gesetzt. Sie können mit einem Reibe-Brett arbeiten und den Putz in großen oder kleinen Kreisen das gewünschte Aussehen verleihen. Auch Strukturrollen, die es im Baumarkt gibt, leisten hier gute Dienste.

Ein Gedanke zu „Reibeputz“

  1. Ich habe einen Reibeputz aufgetragen und dieser sieht super aus.
    Nun ist nachträglich eine Tür eingebaut worden. Mein Problem: Da ich ja nicht naß in naß Arbeiten konnte habe ich rings herum Ansätze. Kann mann diese vermeiden oder beheben ?

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