Passivhaus

Eine momentan sehr energieeffiziente Art, ein Einfamilienhaus zu bauen, ist die Ausführung als Passivhaus. Dieses kommt im Gegensatz zu einem Niedrigenergiehaus vollständig ohne eigene Heizung und auch ohne ein Kühlsystem aus. Dabei gilt es, beim Bau auf einige technische Raffinessen zu achten. Das Passivhaus ist im Gegensatz zum herkömmlichen Energiesparhaus in der Bauausführung teurer; dieser finanzielle Mehraufwand wird jedoch durch die um bis zu 80 % geringeren Heizenergiekosten im Laufe der Nutzung leicht ausgeglichen. Zudem gibt es in Deutschland eine spezielle Förderung für den Bau eines Passivhauses.

 

Das Passivhaus verfügt über eine dickere Dämmung der Außenwände, sowie über eine Dreifach-, statt der normalerweise doppelten Verglasung der Fenster. Beim Bau wird konsequent darauf geachtet, die Fenster nach Süden auszurichten und sie auch nicht durch Anbauten wie Balkons oder Jalousien zu verschatten. Hochmoderne Wärmepumpen sorgen für ein durchgehend angenehmes Klima im gesamten Wohnbereich. Dies gilt für den heißen Sommer ebenso, wie für den kalten Winter. Auch nach Jahren, so lässt sich nach Langzeitstudien ermitteln, verliert das Passivhaus dank qualitativ hochwertiger Dämmstoffe nichts von seiner Wohnqualität und seiner Energieeffizienz.

 

(c) Johannes Gerstenberg / Pixelio
(c) Johannes Gerstenberg / Pixelio

Dadurch, dass die Außenluft durch ein ausgeklügeltes Filtersystem ausgetauscht wird, müssen keine Fenster zum Lüften geöffnet werden. Trotzdem herrscht im Passivhaus eine gleich bleibend gute Luft, und es werden auch nicht, wie oft befürchtet, die Küchen- oder Badezimmergerüche über den gesamten Wohnbereich verteilt. Im Gegenteil schätzen insbesondere Allergiker und Asthmatiker die staubarme und pollenfreie Luft. Da keine Heizung den Hausstaub ständig verwirbelt, ist der Wohnbereich wesentlich leichter zu reinigen.

 

Die Energieeffizienz lässt sich noch weiter steigern, in dem zum Beispiel auf dem Dach Sonnenkollektoren angebracht werden. Viele Passivhäuser sind bereits in der Planung auf diese Maßnahme eingerichtet. Auch energieeffiziente Haushaltsgeräte, wie moderne Kühlgeräte oder Energiesparlampen drücken den Stromverbrauch noch weiter. Trotzdem reicht bereits die Abwärme der Elektrogeräte und der Bewohner, um ein Einfamilienhaus im Winter auf eine angenehme Temperatur aufzuheizen.

 

Das Passivhaus erfreut sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit, weil immer mehr Bauherren die Vorteile der energiesparenden Bauweise sehen. Dies gilt besonders, seit das Ende der Verfügbarkeit fossiler Rohstoffe und der drohende Klimawandel immer mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken.

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