Parkette renovieren

Ein Parkettboden sorgt in jeder Wohnung für Gemütlichkeit und Behaglichkeit.

Doch auch bei noch so großer Vorsicht und guter Pflege, ist auch der beste Parkettboden nach einer gewissen Zeit abgenutzt, zerkratzt und unansehnlich.Jetzt hat man zwei Möglichkeiten. Entweder man beschäftigt einen Meisterbetrieb, der diese Arbeiten für einen ausführt, oder legt selbst Hand an.

Sollten Sie sich für die erste Variante entscheiden, so können Sie sich nach dem Ausräumen des Zimmers entspannt in den Garten legen und auf das fertige Ergebnis warten. Sollten Sie Variante zwei wählen, so sind einige wichtige Dinge zu beachten.

Die für das Abschleifen nötigen Maschinen, kann man sich im Fachhandel gegen ein geringes Entgelt ausleihen.

Sie benötigen eine Parkettschleifmaschine mit Schleifbändern der Körnung 24, 36, 60 und 100. Zusätzlich eine kleine Schleifmaschine, mit der Sie die Ränder bearbeiten können und einen Dreieckschleifer, Dreikantschaber sowie eine Ziehklinge für die Ecken.

© Uli Carthäuser / PIXELIO
© Uli Carthäuser / PIXELIO

Wichtig!
Tragen Sie beim Schleifen des Parketts in jedem Fall eine Atemmaske! Der Staub von Eichenparkett ist ätzend und kann ihre Atemwege, Bronchien und Lungen schädigen.

Man beginnt mit der 24-Körnung.
Wichtig ist, dass der Parkettboden an allen Stellen absolut gleichmäßig geschliffen wird. Dies erreicht man durch folgende Arbeitsweise.

Beginnen Sie an einem Ende des Zimmers, so dicht an der Wand wie möglich. Nun Schleifen Sie eine Bahn im Vorwärtsgang. Wenn Sie am Ende angekommen sind, ziehen Sie die Maschine auf dem selben Weg zurück. Wichtig ist, dass Sie am Ende nicht innehalten, weil sonst an dieser Stelle mehr Material abgeschliffen wird als im übrigen Raum. An Besten ist es, die Maschine am Ende kurz anzuheben, sie um die Länge der Schleifmaschine zurückzuziehen, abzusetzen und dann zügig die Bahn zurückzugehen.

Die nächste Schleifbahn wird mit 50% Überlappung begonnen. Setzen Sie dies fort, bis Sie alle auf diese Weise erreichbaren Stellen abgeschliffen haben. Auf diese Weise haben Sie alle groben Unebenheiten geglättet.
Nun dem Sie die nächst feinere Körnung und beginnen wieder von vorn. Dies setzen Sie fort bis Sie beim einhunderter Schleifpapier angelangt sind. Die Schliffe mit dem feinen Schleifpapier dienen eigentlich nur dem Zweck, die Riefen des groben 24er Papiers glatt zu schleifen.

Arbeiten Sie immer voll konzentriert, da Fehler im Nachhinein deutlich zu sehen sind.

Jetzt ist der größte Teil des Raumes schon fast für das Lackieren vorbereitet. Nun nehmen Sie sich die kleine Schleifmaschine und bearbeiten in bewährter Weise die Ränder. Beginnen Sie wieder mit dem groben Schleifpapier und arbeiten Sie sich vor bis zum feinen. Auch hier ist darauf zu achten, dass Sie absolut gleichmäßig arbeiten. Auch die Übergänge zum bereits geschliffenen Boden bedürfen großer Aufmerksamkeit. Ebenso ist zu beachten, dass die kleine Schleifmaschine, aufgrund höherer Drehzahlen bei gleicher Schleifgeschwindigkeit, einem höheren Abrieb verursachen kann.

Wenn Ihnen die Erfahrung fehlt, so bearbeiten Sie zuerst den gesamten Boden mit den 24er Papier. So können Sie die geschliffenen Flächen miteinander vergleichen.

Nun widmen wir uns den Ecken des Raumes.
Mit einem Dreieckschleifer und einer Zieh-Klinge bearbeiten wir in oben beschriebener Weise nun noch die letzten kleinen Flächen. Gute Dienste leistet ein Schleifklotz, der mit dem entsprechenden Schleifpapier bespannt wird.

Nach den ersten Schleifgang ist es absolut wichtig, dass der Boden nicht mehr mit Feuchtigkeit in Berührung kommt. Wasserflecken, die jetzt entstehen würden, wären nie wieder zu beseitigen. Dazu zählen auch Spuren von schwitzenden Füßen. Der einfachste Weg ist, grundsätzlich keine Flüssigkeiten in den Raum zu bringen. Dazu zählen auch die Tasse Kaffee und das Getränk!

Wichtig!
Lassen Sie nie über Nacht den Schleifstaub im Haus! Es besteht extreme Brandgefahr!
Wenn sie z.B. während des Schleifens über einen Nagel gefahren sind, können Funken entstanden sein. Diese können in den Sack mit dem Schleifstaub gelangt sein und dort vor sich hinschwelen. Während der Nacht kann daraus sehr schnell ein Brand entstehen, der das gesamte Haus zerstören kann.

Vermeiden Sie während des Schleifens den Umgang mit offenem Feuer. Ab einer gewissen Konzentrationen Staubes in der Luft, kann daraus ein explosives Gemisch entstehen. Ähnlich den gefürchteten Mehlstaubexplosionen in Bäckereien oder Mühlen.

Nach dem letzten Schleifgang wird das Parkett sauber gefegt und abgesaugt.
Nun können Sie damit beginnen, eventuelle Fugen zu verschließen. Benutzen Sie dazu eine Fugenkitlösung aus dem Baufachhandel, und vermischen Sie diese mit dem Schleifstaub der sechziger Körnung. Mithilfe eines Spachtel können Sie nun Ritzen und Fugen schließen.

Um das Parkett nun wieder zu versiegeln, gibt es mehrere Möglichkeiten.

Eine Möglichkeit ist es, das Parkett zu lackieren.
Hierzu hält der Fachhandel verschiedene Lacke bereit. Für die Auswahl des Lackes müssen Sie sich im klaren sein, in welcher Weise Ihr Parkettboden beansprucht wird. Haben Sie z.B. große Hunde, die dort herumtollen oder Kinder die dort spielen, sollten Sie sich für einen Lack entscheiden, der sehr strapazierfähig ist. Ideal sind Lacke, die für die Gastronomie oder ähnliches konzipiert wurden.

Das Personal in Ihrem Baumarkt oder noch besser, der Laden in dem Sie sich die Maschinen ausgeliehen haben, wird Sie optimal beraten. Dort bekommen Sie auch Ratschläge über die Anwendung der speziellen Lacke.
Der Nachteil bei gelacktem Parkett ist, dass einmal entstandene Kratzer nur sehr schwer und mit großem handwerklichen Geschick wieder auszubessern sind.

Eine weitere Möglichkeit ist, das Parkett zu ölen oder zu wachsen.
Der Vorteil ist hier, das entstandene Kratzer im Parkett problemlos und leicht auszubessern sind. Dazu reicht es aus, mit etwas Stahlwolle die beschädigte Stelle anzuschleifen und danach einfach mit Öl oder Wachs darüber zu streichen. Es entstehen keine Ansätze oder Ränder und nach wenigen Stunden sieht man von dem Schaden nichts mehr.

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