Niedrigenergiehaus

Seit Jahren steigen die Kosten für fossile Energieträger. Das sind unter anderem Heizöl, Steinkohle, Braunkohle und Erdgas. Diese Brennstoffe spielen hierzulande bei der Wärmeversorgung die Hauptrolle. Zwar tun sich immer mehr Alternativen, wie z.B. Holzpellets oder auch die steigende Nutzung der Sonnenenergie auf, doch auf absehbare Zeit gibt es noch keine wirklich zufrieden stellenden anderen Energieträger. Um etwas gegen die steigenden Kosten zu unternehmen, entwickeln Architekten, Bauingenieure und die Hersteller von Fertighäusern momentan große Anstrengungen, um den Energieverbrauch zu senken.

 

In einem so genannten Niedrigenergiehaus kommen verschiedene Strategien zur Senkung des Energiebedarfs zum Einsatz. So werden zum Beispiel die Außenwände wesentlich dicker gedämmt, als bei einem Einfamilienhaus nach heutigem Standard. Auch wird darauf geachtet, dass große Fenster zur Sonnenseite nach Süden ausgerichtet werden, wo sie den ganzen Tag über zusätzliche Wärme durch einfallende Sonnenenergie sammeln können.

 

(c) Johannes Gerstenberg / Pixelio
(c) Johannes Gerstenberg / Pixelio

Weitergehen andere Formen des Niedrigenergiehauses, wie das Drei-Liter-Haus oder das Passivhaus. Passiv ist dieses Haus insofern, als es komplett ohne zusätzliche Heizung auskommt, und sich nur über das einfallende Sonnenlicht, die Abwärme seiner Bewohner und Elektrogeräte und neueste Erdewärmetechnologie beheizen lässt. Im allergünstigsten Fall und entsprechender Nutzung von Sonnenkollektoren und Erdwärme erzeugt ein solches Passivhaus sogar einen Energieüberschuss, der als elektrischer Strom ins öffentliche Netz eingespeist werden und damit zusätzliches Einkommen generieren kann.

 

Solche Plus-Energiehäuser sind jedoch momentan noch in der Anschaffung sehr teuer und daher beinahe als experimentell zu bezeichnen. Durch den Preisanstieg der fossilen Energieträger wurde die Entwicklung energieeffizienterer Häuser in den letzen Jahren rapide beschleunigt. Insgesamt gilt, dass die Kosten der Hausverwaltung eines Niedrigenergiehauses erheblich geringer sind als die einer normalen Immobilie. Auch der Wiederverkaufswert energiesparender Häuser wird wohl in der Zukunft höher liegen, als der eines Hauses, bei dem nicht auf energiesparende Bauweise Wert gelegt wurde.

 

Schon heute zeichnet sich ein höherer Wertverlust ab für Immobilien, die aufgrund spezieller Bauweisen oder auch eines veralteten Heizungssystems einen Mehrbedarf an Heizkosten ausweisen. Dieser Trend wird sich in der Zukunft verstärken und dazu führen, dass sich mehr und mehr Bauherren für ein Niedrigenergiehaus entscheiden werden.

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