Holzbauweise

In Skandinavien und großen Teilen Amerikas und Kanadas haben Holzhäuser seit Jahrhunderten ihren festen Platz. Ursprünglich stammt diese Bauweise aus Skandinavien. Vorrangig schwedische Auswanderer brachten diesen Baustil mit auf den nordamerikanischen Kontinent, wo er sich im Laufe der Zeit als vorrangige Bauweise etablierte. In Schweden sind 98% der Häuser aus Holz gebaut.

In Deutschland sind Holzhäuser noch immer die Exoten im Baubereich. Im Allgemeinen gelten sie als nicht so robust und haltbar wie Steinhäuser.

Doch dieser Eindruck trügt. Es gibt normale Wohnhäuser aus Holz die 400 Jahre und älter sind. Selbstverständlich nur bei guter Pflege und regelmäßig durchgeführten Sanierungen.

Holzhäuser haben hervorragende Wärmedämmeigenschaften. Was insbesondere bei den kalten skandinavischen und nordamerikanischen Wintern ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist. Doch gerade diese Eigenschaft, lässt die Holzbauweise in Zeiten stetig steigender Energiekosten, immer mehr ins Zentrum der Überlegungen von deutschen Bauherren rücken.

Holzhäuser haben besondere Eigenschaften und Vorzüge gegenüber Steinhäusern. So kann man ein Holzhaus im Winter ohne Heizung stehen lassen, was einem Steinhaus schwere Schäden zufügen würde. Beobachten kann man dies sehr gut in Schweden. Viele Schweden haben ein Sommerhaus. Im Herbst lassen sie einfach das Wasser aus allen Leitungen und überlassen das Haus bis zum nächsten Frühjahr sich selbst. Im nächsten Jahr wird gründlich gelüftet und das Haus kann wieder bezogen werden.

Holzhäuser haben auch hervorragende statische Eigenschaften. Es werden Häuser bis zu sechs Etagen Höhe nur aus Holz, ohne Betonelemente, errichtet.

Holzhäuser gibt es in unterschiedlichen Grundbauweisen. Es gibt Häuser, die in der sehr bekannten Blockbauweise errichtet sind und welche, die nach traditioneller Zimmermannsbauweise gebaut sind.

Für Blockhäuser gibt es Firmen, die sich ausschließlich auf diesen Baustil spezialisiert haben.

Die Wände werden durch das passgenaue Übereinanderlegen von geschälten Baumstämmen hergestellt. Vorhandene Ritzen wurden früher mit Moos, heute dagegen mit Schafwolle ausgestopft. Die Öffnungen für Fenster und Türen werden einfach ausgesägt. Es gibt inzwischen auch Firmen, die die Bauteile für diese Häuser industriell vorfertigen, und diese vor Ort nach einem genauen Plan zusammensetzen. Diese Bauweise erfordert großes handwerkliches Können und sollte nicht von Laien umgesetzt werden.

In der traditionellen und vorherrschenden Zimmermannsbauweise wird das Haus, nach einem vom Architekten gemachten Plan, aufgebaut.

Als Schutz vor der Witterung erhalten Holzhäuser in zehn- bis fünfzehnjährigen Abständen einen neuen Farbanstrich. Früher wurde dazu in Schweden das so genannte Falunröd benutzt. Ein Abfallprodukt aus dem Kupferbergbau, das den Häusern die typisch rote Farbe verlieh.

Heute kommen Farben zum Einsatz, die nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten konzipiert sind und der Außenhaut des Hauses optimalen Schutz bieten.

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