Disagio

Unter einem Disagio versteht man den Unterschiedsbetrag zwischen der Darlehenssumme und der vereinbarten Auszahlungssumme. Die Bank verlangt ein Disagio, um ihre Verwaltungsgebühren für den Vertrag decken zu können. Oft handelt es sich dabei aber auch um vorgezogene Zinszahlungen. Dann fallen die hinterher zu leistenden Zinsbeträge geringer aus. Allerdings muss logischerweise die Darlehenssumme höher gewählt werden, da sonst der Auszahlungsbetrag nicht für die Deckung der entstehenden Bau- oder Anschaffungskosten ausreichen würde.

Ein Beispiel: Die Darlehenssumme beträgt 100.000 Euro, das Disagio wird auf 9% festgesetzt. Es kommen nun 91% des Darlehensbetrages, also 91.000 Euro, zur Auszahlung. Der Darlehensnehmer muss aber am Ende der Kreditlaufzeit 100% des Betrages, also die 100.000 Euro an das Kreditinstitut zurückzahlen.

Im Jahr 1996 wurde die Eigenheimförderung neu geregelt. Seitdem ist es Menschen, die die Immobilie selbst nutzen möchten, nicht mehr möglich, durch ein Disagio steuerliche Vorteile zu erlangen. Für Selbstnutzer ist es deshalb nicht empfehlenswert, ein Disagio aufzunehmen.

Wenn man jedoch eine Immobilie baut oder kauft, um sie anschließend an andere Menschen zu vermieten, kann sich die Inanspruchnahme eines Disagios durchaus vorteilhaft auswirken. Ein Disagio kann man bei der Steuererklärung direkt als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Wenn man allerdings das Darlehen wieder zurückzahlt, noch bevor die Zinsbindung abgelaufen ist, wird das Disagio nicht vollständig verbraucht. Dadurch entstehen steuerrechtlich wieder Einnahmen, die bei der Steuererklärung nachversteuert werden müssen.

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