Bausparvertrag mit Mini-Zinsen

MINI-ZINSEN SICHERN

Clevere Häuslebauer sichern sich jetzt mit einem Bausparvertrag die Mini-Zinsen. Das erleichtert später Kauf, Renovierung oder Entschuldung. Denn in einigen Jahren ist Baugeld vermutlich teurer Text: Erik Larson

In seinem Wohnort ist Manfred K. der „Stoff König“. Kein anderes Geschäft bietet eine so große Auswahl an Stoffen in unterschiedlichen Farben, Mustern und Qualitäten. Sogar aus den umliegenden Gemeinden kommen die Kunden extra zu ihm. Viele kaufen Meterware, weil sie Tischdecken oder neue Vorhänge schneidern möchten. So sorgt Manfred K. dafür, dass sich die Menschen zu Hause wohlfühlen und vielleicht sogar etwas glücklicher sind. Auch um das Glück seiner Familie kümmert sich der zweifache Vater. Er möchte seinen Kindern zu etwas Bleibendem und Wertstabilen verhelfen – eben zu einer Immobilie. „Sicherheit und Vorsorge stehen für mich an erster Stelle“, sagt Manfred K.
Daher ist es nur logisch, dass Manfred K. in unsicheren Zeiten wie diesen auf den Klassiker Bausparen setzt: „Für meine Familie ist so ein Vertrag ein wichtiger Bestandteil unserer persönlichen Finanzstrategie.“ Und gerade jetzt ist der ideale Zeitpunkt, einen Bausparvertrag abzuschließen. Denn Baugeld ist so günstig wie seit vielen Jahren nicht mehr. Vor zehn Jahren kostete ein Hypothekenkredit im Schnitt noch rund 6,7 Prozent. Heute bekommen Bauherren und Renovierer das Geld für durchschnittlich 4 Prozent (siehe Grafik). Mit einer guten Beratung lässt sich der Kreditzins sogar weit Richtung 3 Prozent drücken.

GÜNSTIG WIE SELTEN

Die Wirkung dieses Zinsunterschieds sollten Interessenten nicht unterschätzen. Wenn der Zinssatz für Hypothekarkredite aufgrund der allgemeinen Zinsentwicklung zum Beispiel um 1,5 Prozentpunkte steigt – also von 4 Prozent auf 5,5 Prozent –, wirkt sich das direkt auf die monatliche Rate für neue Kredite aus. Bei einer Kreditsumme von 150.000 Euro beträgt die monatliche Mehrbelastung 187,50 Euro. Über die Jahre summiert sich dieser Betrag zu einem Vermögen. Denn in der Regel beträgt die Zinsbindung bei einer Immobilienfinanzierung zehn Jahre. Aus monatlich 187,50 Euro wird in dieser Zeit eine zusätzliche Belastung von 22.500 Euro. Eine Menge Geld also! Wer clever ist, schließt daher bereits heute auf niedrigem Zinsniveau ab, auch wenn er erst in fünf, sieben oder zehn Jahren ein Haus bauen oder seine Wohnung renovieren möchte.
Mit einem Bausparvertrag sichert man sich die historisch niedrigen Zinsen auf viele Jahre im Voraus. „Bausparen ist wie eine Versicherung gegen steigende Zinsen“, sagt Heinz Jörg Hartmann, Produktspezialist Bausparen bei AWD. Und Hartmann weiß auch: „Die Zinsen bleiben nicht ewig im Keller. Baukredite werden in einigen Jahren vermutlich wieder deutlich teurer sein. Wer den Bau oder Kauf der eigenen vier Wände plant oder beabsichtigt, seine Wohnung oder sein Haus in naher Zukunft zu renovieren, sollte möglichst bald einen Bausparvertrag abschließen.“

FREI VON RISIKEN

Antizyklisches Bausparen lohnt also. Dabei wird der Bausparvertrag in Zeiten niedriger Zisnen abgeschlossen und bespart. Die Zuteilung erfolgt einige Jahre später, wenn die Darlehenszinsen möglicherweise wieder auf fünf, sechs oder gar sieben Prozent gestiegen sind. Wer sich aber jetzt mit einem Bausparvertrag die Mini-Zinsen sichert, hat die Chance, bares Geld zu sparen. „Einige Finanzierungstarife haben zum Beispiel einen Darlehenszinssatz von rund 3 Prozent pro Jahr“, betont Hartmann. Das kann sich sehen lassen. Auf jeden Fall sollten Bausparer die Konditionen eines Bausparvertrages gemeinsam mit ihrem Berater festlegen. Was viele Menschen nicht wissen: Auch wer bereits eine Immobilie finanziert, kann einen neuen Bausparvertrag zur Entschuldung eines teueren Darlehens einsetzen.

Dass ein Bausparvertrag eine Versicherung gegen steigende Zinsen ist, hängt mit seiner Konstruktion zusammen. Denn Bausparen funktioniert unabhängig vom Kapitalmarkt durch einen geschlossenen Kreislauf von geleisteten Sparbeiträgen und zugeteilten Darlehen. Daher ist Bausparen auch so sicher. „Über die Sicherheit meiner Einlagen möchte ich mir keine Gedanken machen“, sagt auch Unternehmer Manfred K. Braucht er auch nicht. Denn für zusätzliche Sicherheit sorgen besondere Schutzvorschriften im Bausparkassengesetz: So dürfen die nicht in Darlehen gebundenen Spareinlagen von den Bausparkassen nur in festverzinsliche Wertpapiere angelegt werden. Währungs- und Aktienrisiken sind verboten. Wegen dieser strengen Regularien hat kein Bausparer in der Finanzkrise der letzten Jahre auch nur einen Cent verloren.

Bausparen hat aber noch weitere Vorteile. Es ist sowohl in der Anspar- als auch in der Darlehensphase ein flexibles Finanzierungsinstrument. So kann der Bausparer die Sparraten im Laufe der Ansparphase erhöhen oder verringern, wenn sich seine Sparziele verändern sollten. Entsprechend würde sich die Zeitspanne bis zur Zuteilungsreife verkürzen oder verlängern. Bei vorzeitigem Geldbedarf wiederum steht die gesamte Bausparsumme über eine Zwischenfinanzierung zur Verfügung; ein Teilbetrag kann bei einer Vertragsteilung sofort genutzt werden. Kurzum: Bausparen ist heute so flexibel, dass Baugeld stets dann zur Verfügung steht, wenn man es braucht.

HOHE FLEXIBILITÄT

Daher macht es sogar Sinn, wenn Menschen jenseits der 50 mit dem Bausparen starten. „Heute sind mehr als ein Drittel unserer Bausparkunden älter als 50 Jahre“, sagt Dieter Pfeiffenberger, Chef der BHW Bausparkasse. Bausparen für Ältere liegt sogar im Trend. Der Grund: Auch im Alter möchten 95 Prozent der Hausbesitzer im eigenen Heim leben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Emnid-Umfrage im Auftrag der BHW Bausparkasse. Dabei geht es der Generation 50plus nicht nur um die sogenannte „Rente aus Stein“, sondern auch um die Unabhängigkeit im eigenen, vertrauten Wohnumfeld.

Ein Problem freilich ist, dass viele Häuser und Wohnungen nicht barrierefrei und altersgerecht sind. Weil ein Bausparvertrag aber auch für Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen genutzt werden darf, schließen immer mehr ältere Menschen einen Bausparvertrag ab. Und für den Fall der Fälle ist es gut zu wissen: Ein Bausparvertrag kann auch vererbt werden. „Der Erbe kann problemlos in den laufenden Vertrag einsteigen und ihn weiter besparen. Selbst die bis dahin gezahlten Prämien gehen nicht verloren“, betont Pfeiffenberger. Auch aus diesem Grund setzt Manfred K. auf das Bausparen als ein Baustein in der Vorsorge- und Absicherungsstrategie für seine Familie.

Redaktionelle Unterstützung: Thomas Lloyd

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