Baufinanzierung

Bei der Planung einer Baufinanzierung sind sehr viele verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Hier gemachte Fehler können im Laufe der Zeit extrem teuer werden. Kaum eine Entscheidung hat so gravierenden Einfluss auf unsere Lebensfinanzen, wie die richtige oder falsche Baufinanzierung.

Dabei sind die Fragen des Eigenkapitals, der Fremdfinanzierung und der Eigenleistungen zu berücksichtigen.

Eigenkapital
Für eine solide Baufinanzierung ist es wichtig, einen Eigenkapitalanteil von mindestens 20% bis 40% mitzubringen. Dies ist die von den Banken empfohlene Mindestsumme, die verhindern soll, dass man später in finanzielle Schwierigkeiten gerät.
Je höher der Anteil des eigenen Geldes an der gesamte Finanzierungssumme ist, um so geringer fällt in den folgenden Jahren die Zinsbelastung aus.

© Frank Ulbricht - pixelio.de
© Frank Ulbricht - pixelio.de

Was ist Eigenkapital?
Als Eigenkapital bezeichnet man:

  • Bausparverträge (auch noch nicht zugeteilte)
  • Bargeld oder Sparguthaben
  • Festgeld
  • Wertpapiere, Aktien und Fonds
  • vorhandener Grundbesitz
  • Verwandten-, Privat- oder Arbeitgeberdarlehen
  • Eigenleistungen (Muskelhypothek)

Bausparverträge
Dass man sich den Eigenkapitalanteil für den Bau eines Hauses nicht anschafft, indem man sein übrig gebliebenes Kleingeld in einer Kiste unter dem Bett sammelt, braucht hier nicht mehr erwähnt zu werden. Eine sehr gute Möglichkeit, sich den Eigenkapitalanteil für den Bau eines Hauses anzuschaffen, ist ein Bausparvertrag.

Über einen vorher festgelegten Zeitraum, der zwischen zwölf und 80 Monaten liegen kann, wird eigenes Geld, aber auch z.B. vermögenswirksame Leistungen auf ein Bausparer Konto eingezahlt. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt die Zuteilung des Bausparvertrages. Bei der Zuteilung wird die gesamte vorher vereinbarte Bausparsumme ausbezahlt. Diese setzt sich zusammen aus der Differenz zwischen der angesparten Summe und der Gesamtansparsumme.

Der Differenzbetrag wird in der Regel als zinsgünstiges Darlehen gewährt. Die Zinshöhe wird ebenfalls beim Abschluss des Bausparvertrages festgelegt. Auf die Zuteilung des Bauspardarlehens gibt es einen gesetzlichen Anspruch. Die Auszahlung kann nur verweigert werden, wenn die Bonität oder Liquidität des Bausparers dagegen sprechen. In Absprache mit dem Kreditinstitut ist auch eine vorzeitige Auszahlung der Bausparsumme möglich. Zur Absicherung des Darlehens wird von der Bausparkasse in der Regel eine Restschuldversicherung in Form einer Risikolebensversicherung gefordert. Die Kosten für diese müssen in jedem Fall in die Gesamtfinanzplanung mit einfließen.

Festgeld
Eine weitere gute Alternative zur Ansparung des Eigenkapitalanteils ist das Festgeld. Hierbei wird eine festgesetzte Summe Geldes für einen ebenso fest definierten Zeitpunkt bei einer Bank zu einem festgelegten Zinssatz angelegt. Genau betrachtet gewährt man der Bank ein Darlehen, für das diese sich mit Zinsen bedankt.

Dieser Anlageform lohnt sich besonders in Zeiten sehr hoher Leitzinsen. Sinkt der Leitzins während der Zeit der Geldanlage, profitierten Sie weiterhin von hohen Zinsen. Nachteilig ist, dass das angelegte Geld nicht ohne erhebliche Zinsverluste vor Ablauf der Anlagezeit verfügbar ist.

Aktien und Aktienfonds
Aktien und Aktienfonds sind ebenfalls gut geeignet, sich den Eigenkapitalanteil für den Bau oder den Kauf einer Immobilie anzuschaffen. Wobei hier eindeutig den Aktienfonds der Vorzug zu geben ist. Selbst wenn es bei einigen Teilbereichen des Aktienmarktes zu Einbrüchen kommt, so sind Fonds in der Regel durch die breite Streuung des Anlagevermögens weniger gefährdet.

Verwandten- und Arbeitgeberdarlehen
Wer den Weg über die Bank nicht gehen kann oder will, für den sind Darlehen aus dem Verwandtenkreis eine gute Möglichkeit, sich den Eigenkapitalanteil für die Schaffung von Immobilieneigentum zu erwerben. Auch wenn es für die Aufnahme eines solchen Darlehens keine gesetzlichen Regelungen gibt, sollte der Kreditvertrag ähnlich aufgesetzt werden wie bei der Darlehensaufnahme bei einer Bank. Ebenso sollte der Vertrag notariell beglaubigt werden.

Wer einen guten Draht zu seinem Arbeitgeber hat, kann auch diesen bitten, die benötigte Summe zu verauslagen. Dabei ist zu beachten, dass ein Zinssatz von mindestens fünf Prozent vereinbart wird. Tut man dies nicht, könnte die Kreditsumme als Teil des Lohnes angesehen und mit diesen versteuert werden.

Fremdkapital
Für die Beschaffung des Fremdkapitals eigenen sich am Besten Bankkredite oder Hypothekendarlehen. Wichtig ist, dass man sich die Angebote mehrerer Finanzinstitute einholt. Die Konditionen für den Kredit schwanken zum Teil erheblich.
Besonders wenn die Bauzinsen niedrig sind, empfiehlt sich die Aufnahme eines Bankkredits für die Baufinanzierung im Gegensatz zum Abschluss eines Bausparvertrages.

Bei niedrigen Bauzinsen empfiehlt es sich außerdem, die Zinsen für die Baufinanzierung fünf oder zehn Jahre festschreiben zu lassen. Dies ermöglicht es Ihnen, auch bei steigenden Zinsen von den niedrigen Zinsen bei Vertragsabschluss zu profitieren.

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